Auf dem Binnenweg zum Wattenmeer - von Emden nach Greetsiel

Eine der letzten Brücken vor dem Ziel. Im Hintergrund  die beiden Windmühlen von Greetsiel. Eine wurde beim Sturm 2013 teilweise zerstört.

 

Nur wenige Skipper wissen, dass das ostfriesische Wattenmeer mit dem Boot nicht nur über die Ems- und Jademündung, sondern auch auf dem Binnenweg erreichbar ist. Leider gibt es auf dieser Strecke einige Brücken, die die Durchfahrtshöhe der Boote sehr stark eingrenzen. Aus diesem Grunde wird sie als Durchfahrtsmöglichkeit eher selten genutzt. Benno Wiemeyer, Präsident des Landesverbandes Motorbootsport Niedersachsen e.V. und sein Freund, Klaus Berelsmann, vom Yachtclub Lingen (Ems), der sich zum Erkunden außergewöhnlicher Gewässer zusätzlich ein Seegelboot zugelegt und für diese Fahrt umgebaut hat, wollten es genauer wissen. Ende Juni 2014 starteten sie an der Kesselschleuse in Emden in Richtung Greetsiel.

 

Sie verließen die Schleuse in Emden in Richtung Norden und passierten noch im Stadtgebiet drei Bootshäfen und einige Brücken, die alle eine Durchfahrtshöhe von mehr als 2,5 Meter aufweisen. Der Weg führte weiter durch die Orte, Hinte und Loppersum , in denen jeweils ein Bootshafen zur Rast ein lädt. Hier reduziert sich die Durchfahrtshöhe der Brücken jedoch auf zwei Meter.  So verlief die Fahrt bei durchwachsenem Wetter bis zum Zielort, der Yachthafen von Greetsiel, im Grunde störungsfrei. Im Ort Eilsum wurde es jedoch eng. Hier bilden zwei niedrige Brücken das Nadelör dieser Strecke, die erste, sehr kleine mit einer Durchfahrtshöhe von 1,4 Meter  im Ort, und wenige Kilometer weiter eine vergleichbare Brücke, aber mit einer Durchfahrtshöhe von 1,5 Meter. Der letzte Engpass ist der kurze Straßentunnel in Greetsiel, der mit seiner ovalen Form unten eine Breite von ca. 3,7 Meter und eine max. Höhe von ca. 2,4 Meter aufweist.

 

Diese Strecke ist nicht nur eine Abkürzung zum Wattenmeer, unabhängig von Wind und Wetter, sondern schön und naturbelassen. Ganz besonders erwähnenswert war die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Menschen, die sie diesen beiden Freizeitskippern auf der gesamten Strecke, aber insbesondere im Hafen Greetsiel zuteil werden ließen. Der Landesverband wird jetzt prüfen, in wie weit kurzfristig diese Strecke mit einer Durchfahrtshöhe von 2,00 m, mittelfristig von 2,50 m und langfristig von 3,50 m realisierbar ist. Selbst die Politik, vertreten durch Günther Lüken aus Ostrhauderfehn, hat seine Unterstützung in dieser Sache signalisiert.                        

 

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