E 10

 

 

Ab 2009 wird zu Otto-Kraftstoff (Benzin) bis zu 10% Ethanol beigemischt. Diesen Kraftstoff bezeichnet man als „E10". Auch Superbenzin enthält nun bis zu 5 % Ethanol.


Können Bootsmotoren mit E10 betrieben werden?

 

Dazu Volvo Penta:
„Benzinmotoren können mit Kraftstoff betrieben werden, der nicht mehr als 10% Ethanol enthält und die erforderliche Klopffestigkeit aufweist".

Die Aussagen von anderen Motorenherstellern sind ähnlich oder gleichlautend.


Eigenschaften von E10

Kraftstoffe mit Ethanol sind hygroskopisch.
Dies kann zu Korrosion in Aluminiumtanks führen.

Korrosionsrückstände können zum Verstopfen von Kraftstofffiltern führen und andere Bauteile des Kraftstoffsystems sowie Einspritzdüsen und Vergaser beschädigen.


E10 kann als Lösungsmittel wirken

Alte Ablagerungen oder Verschmutzungen im Tank und in den Leitungen können gelöst und in das Kraftstoffsystem gespült werden.

Die Tankmaterialien Edelstahl und Kunststoff erfahren keine Beeinträchtigung.


Tanks aus Fiberglas

E10 kann an der Tankoberfläche wie ein Lösungsmittel wirken.

Schlamm setzt sich im Kraftstoffsystem ab.

Bei Fiberglastanks ist von der Verwendung von E10 abzuraten

 

Empfehlungen bei Verwendung von E10


Kraftstoffanforderungen des jeweiligen Herstellers beachten.
Kraftstofffilter mit Wasserabscheider verwenden.
Kraftstofffilter und Wasserabscheider regelmäßig überprüfen.

Verwendung eines Kraftstoffstabilisators z. B. STA-BIL(r)
bei Standzeiten von mehr als 2 Wochen.

 

                     

RME

 

 

RME - Beimischung im Dieselkraftstoff

Gemäß EU - Norm EN 590 ist es zulässig,
Dieselkraftstoff mit bis zu 5% Biodiesel zu vermischen.
Dies hat keinen Einfluss auf die Laufeigenschaften von Bootsdieselmotoren.


Empfehlungen für den Betrieb mit höherem RME - Gehalt

RME muss die EU - Norm EN 14214 erfüllen.

Bei erstmaliger Verwendung muss der Kraftstofffilter gewechselt werden.

Wegen kurzer Haltbarkeit von RME muss das Kraftstoffsystem vor längeren Pausen (Winterlager) entleert und mit fossilem Diesel (woher nehmen?) betrieben werden.


Empfehlungen für den Betrieb mit höherem RME - Gehalt

Gummischläuche und Kunststoffteile im Kraftstoffsystem müssen regelmäßig geprüft und evtl. häufiger ersetzt werden, um Undichtigkeiten vorzubeugen.

Die Wechselintervalle von Motoröl und Ölfiltern müssen im Vergleich zum Betrieb mit fossilem Diesel halbiert werden.


Quelle: Peter Haag LVM - BW

 

 

 

Fäkalienentsorgung

 

 

Ostsee: Ausnahmeregelungen von der Nachrüstungspflicht


Mit Inkrafttreten der „Zweiten Verordnung zur Änderung umweltrechtlicher Vorschriften in der Seeschifffahrt" am 12. April 2008 werden die neuen Vorschriften zur Aus- und Nachrüstungspflicht mit Fäkalienrückhaltesystemen auf der Ostsee rechtzeitig zum Saisonbeginn wirksam.

Die Regelungen sehen wie folgt aus:

Alle Schiffe, die vor 2003 gebaut wurden und weniger als 11,50 m lang (Rumpflänge) oder weniger als 3,80 m breit sind (jeweils + 1 m zur bisherigen Regelung) sowie alle Schiffe, die vor 1980 gebaut wurden, sind von der Nachrüstungspflicht mit einem Toilettenrückhaltesystem befreit.

Darüber hinaus kann im Einzelfall eine Befreiung von der Nachrüstungspflicht beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) beantragt werden, wenn durch Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen oder eines von einer gemäß Norm EN 45013 akkreditierten Stelle zertifizierten Boots- und Yachtsachverständigen nachgewiesen wird, dass die Nachrüstung „technisch unmöglich" ist oder deren Kosten entweder 10 Prozent des Schiffswertes oder 4.000 € übersteigen.

Alle anderen Sportboote, die die Ostsee befahren und eine Toilette an Bord haben, müssen mit einem Rückhaltesystem und entsprechender Vorkehrung für die landseitige Entsorgung (entsprechend ISO 8099) ausgestattet sein. Die Nichtbeachtung kann mit einem Befahrensverbot und einem Ordnungsgeld geahndet werden.

 

Fäkalienentsorgung in Sportboothäfen


Betreiber von Sportboothäfen werden zunehmend damit konfrontiert, Entsorgungseinrichtungen für Fäkalienabwässer von Sportbooten vorzuhalten. Das Sammeln von Fäkalienabwässern an Bord und deren ordnungsgemäße Entsorgung an Land trägt zur Reinhaltung unserer Gewässer bei, indem Eutrophierung vermindert wird - und saubere Gewässer sind schließlich für jeden Wassersportler ein besonderes Anliegen, nutzt er sie doch, um seinen Sport auszuüben.

Diese Broschüre soll unterschiedliche technische Möglichkeiten für Fäkalienstationen in Sportboothäfen beschreiben und Hafenbetreibern die Voraussetzungen und Verfahrensschritte für deren Installation aufzeigen.

 

 

 

Sportboote über 12 m

 

 

Mit Inkrafttreten der „Zweiten Verordnung zur Änderung umweltrechtlicher Vorschriften in der Seeschifffahrt" am 12. April 2008 wird unter anderem die Pflicht zum Aushang der Müllentsorgungsregeln nach MARPOL Anlage V rechtzeitig zum Saisonbeginn wirksam.

 

Die Regelung sieht wie folgt aus:

 

Gemäß Regel 9 Abs. (I) von MARPOL Anlage V sind auf jedem Schiff von 12 oder mehr Metern Länge Aushänge über die anzuwendenden Vorschriften der Regeln 3 und 5 über die Beseitigung von Müll anzubringen.

Entsprechend § 1 e der neuen MARPOL-ZuwV gilt diese Verpflichtung für Sportboote und Traditionsschiffe als erfüllt, wenn:

  • sich an Bord ein Merkblatt eines Verbandes über die umweltgerechte    Abfallbehandlung und Entsorgung auf Schiffen befindet, das mit dem BMVBS abgestimmt ist und
  • die an Bord befindlichen Personen darüber vor Fahrtantritt informiert worden sind.

Gemeinsam mit dem DMYV hat der Deutsche Segler-Verband ein solches Merkblatt entwickelt. Dieses können Sie hier herunterladen und sollten es zukünftig an Bord haben.

 

Ansonsten droht bei Kontrollen ein Bußgeld.

 

Aktuell noch einige wichtige Broschüren zum Download